19. Dezember

Ich persönlich liebe ja Montage, wie ich überhaupt alle Anfänge liebe. Manchmal denke ich mir, dass eine der schönsten Lebensformen ein ewiges Neu-Anfangen wäre. Jeden Tag neue Erfahrungen, jeden Tag neue Dinge, eine unbekannte Welt, die vor einem liegt und auf einen wartet. Auf der anderen Seite liebe ich aber auch das ewige Einerlei. Routinearbeiten, das sich festbeißen an einer Sache und dranzubleiben, bis man sie richtig versteht. Wahrscheinlich geht es jeden Menschen so, dass er zwischen diesen beiden Polen pendelt und es einmal in diese, einmal in die andere Richtung ausschlägt.

 

Heute einmal ein kurzer Einblick, wie ein Tag als Verleger so ungefähr aussieht.

Wenn man etwas Neues beginnt, dann muss man den Großteil der Dinge selbst erledigen. Also habe ich heute unter anderem Schriftarten für die Neuauflage unseres Frankreich-Buches ausgesucht und die Vorschläge an die Autorin geschickt, bin dann zur Post gehetzt (mittlerweile kennen sie mich dort schon und wissen auch, dass ich meist die Formulare falsch ausfülle und erledigen das für mich) und habe die wahrscheinlich letzten Pakete vor Weihnachten aufgegeben. Dann schnell nach Hause, ein Telefonat mit unserer Lektorin, Mail-Kontakt mit unserer Kinderbuch-Autorin, Telefonate und E-Mails mit Buchhandlungen, Überarbeitung des Spielebuch-Konzeptes, zwischendurch ein Anruf einer Universität (Studentinnen und Studenten dürfen bald ihr Praktikum bei uns machen, und das von verschiedensten Universitäten und wahrscheinlich auch aus Deutschland), Werbung auf Amazon kontrollieren, Videos für den Adventskalender hochladen, ein Video für den 24. vorbereiten, über zwei neue große Buchprojekte nachdenken und mit dem Handout beginnen.

 

Zu Mittag habe ich dann die kranken Kinder eingepackt, Arzttermin, Apotheke, wieder nach Hause gehetzt und versucht, alles auf die Reihe zu kriegen.

 

Jetzt am Abend sitze ich wieder an der Arbeit und es beginnt wieder von vorne – Mails lesen, neue Verbesserungen am Frankreich Buch, Werbung für das Köln Buch vorbereiten, Werbung für die Südbayrische Küche schreiben, am Handout für Autorinnen und Autoren arbeiten, ein paar Kapitel des neuen Philosophie-Buches lesen, Korrekturen und Vorschläge für das Kinderbuch machen, mit Designern verhandeln und Preisvorschläge einholen. Und die neueste Hiobs-Botschaft: die QR-Codes des Köln Buches funktionieren nicht, also muss ich mich die nächsten Stunden auch noch an diese Arbeit setzen.

Und das waren nur die wichtigsten Dinge, die so anfallen. Dazwischen bin ich immer wieder auf Twitter (quasi als Belohnung), mache Werbung auf Facebook, teile Beiträge auf Instagram, LinkedIn, Xing, Pinterest etc., lasse Beiträge durchs Plagiatsscan laufen, telefoniere, laufe, hetze von einem zum anderen und versuche so, das Rad in Schwung zu halten und alles irgendwie unter einen Hut zu kriegen.

 

Aber so stressig das alles auch klingen mag (und so stressig es ohne Frage ist) – es fühlt sich an, als hätte ich die beste Zeit meines Lebens! Ich bin zwar andauernd müde und abgespannt, habe keine Zeit mehr für Freunde oder Hobbys, aber noch nie habe ich mich so lebendig und so ganz bei mir gefühlt. Und daher sitze ich wahrscheinlich auch heute wieder bis 2.00 Uhr morgens hier und lese, schreibe, beantworte Mails und Nachrichten und arbeite, bis es nicht mehr geht!

 

Ach ja, an zwei neuen Büchern schreibe ich auch schon wieder …

 

Buchverkäufe: 22