31. Mai

Heute habe ich den ganzen Vormittag am Telefon verbracht. Es ist interessant, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen, so viele Stimmen, so viele Geschichten und Erzählungen. Und so viel Begeisterung für die Welt der Kunst und Kultur und für das, was sie machen.

Es wird bald eine ganze Reihe an neuen Stadtschreiberinnen und Stadtschreibern auf der Plattform geben. Ich habe jetzt nicht alle Städte im Kopf, aber es stoßen bald Berlin, Dresden, Frankfurt, Leipzig und Nürnberg zu uns. Und das freut mich sehr, denn dadurch werden die Artikel zur Geschichte und Kultur noch lebendiger. Wenn man nicht nur über August den Starken und seine Zeit lesen und lernen kann, sondern wenn man direkt etwa auch mit Videos und Erzählungen durch den Dresdner Zwinger geführt wird. Und mit den Dozentinnen und Dozenten darüber plaudern kann, weitere Informationen erhält oder sogar direkt eine Führung bei ihnen bucht. Das wird einfach großartig!

Wie gestern schon angesprochen, möchte ich ganz privat für mich die Kultur und Geschichte (vor allem Europas) noch einmal durchleben. Ich wäre ja wirklich gerne Glasperlenspieler geworden (nicht Meister, ein kleiner Posten in irgendeinem Archiv hätte mir schon gereicht – einfach ein ruhiges Leben in Muße und stillem Studium), aber da das nur ein Traum bleiben wird, mache ich einfach das, was mir möglich ist.

Mozarts Sonate in A-Dur. Wirklich bekannt ist eigentlich nur der letzte Satz, das Rondo „Alla Turca“, der meist als „Türkischer Marsch“ bezeichnet wird. Mozart soll das Werk auf den Tod eines seiner Kinder geschrieben haben (daher auch die Spielmusik am Schluss). Aber ob das stimmt, müsste ich noch einmal recherchieren.

Ich habe gestern Nacht noch die Aufnahme von Daniel Barenboim angehört. Und ich war überrascht, denn sie ist wirklich durch und durch gelungen und es ist ihm da eine wunderbare Interpretation geglückt. So weich, so fließend und in jeder Sekunde wirklich ehrlich und wahr. Ich weiß gar nicht mehr, wieso ich Barenboim so lange gemieden habe. Heute habe ich mir zum Vergleich die Interpretation von Alfred Brendel angehört. Und die erschien mir seltsam farblos und akademisch. Was mich wundert, denn ich bin ein großer Bewunderer seiner Kunst und seine Schubert Aufnahmen gehören mit zum Schönsten, was ich am Klavier kenne.

Aber morgen mehr zu Mozart und meinem Projekt. Jetzt werde ich mich wieder an mein Buch setzen. Der Artikel zu Tartini ist fast fertig, und drei weitere Kapitel möchte ich heute Nacht noch einmal überarbeiten und fertigstellen. Dann hätte ich die Hälfte schon geschafft!