Das Wassermanagement-System der Stadt Augsburg ist seit Juli 2019 offizielles UNESCO-Weltkulturerbe.

Es ist in seiner zeitlichen, räumlichen und inhaltlichen Fülle weltweit einzigartig. Nur Augsburg belegt die europaweit bedeutsamen Innovationen und Entwicklungen der Technik, der Architektur und der Kunst über einen Zeitraum von 800 Jahren so lückenlos und umfassend.

 

Im Juli 2019 wurde das Wassermanagement-System in Augsburg als Welterbe ausgezeichnet. Der nachhaltige Umgang mit der Natur und der knapper werdenden Ressource Wasser ist zudem eine weltweit wichtige und vorbildhafte Botschaft.

Als eine der ersten Städte trennte die damalige Freie Reichsstadt Trink- und Brauchwasser voneinander. Sie setzte in ihren Wassertürmen und Brunnenwerken auch sehr früh auf die Hebung des Quellwassers durch Wasserkraft aus dem nahen Gebirgsfluss Lech.

Die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser erfolgte seit dem Mittelalter und war für alle Bürger kostenfrei. Der Wasserreichtum begünstigte die Entwicklung von Handel sowie Gewerbe und wurde durch drei monumentale Renaissance-Prachtbrunnen zelebriert. Das zeitgleich entstandene Zunftgebäude der Metzger wurde über einen kalten Kanal gebaut – eine frühe Form der Kühlung.

 

Das Wassersystem wurde immer wieder für neue und veränderte Nutzungen adaptiert und leistete eigene technische Entwicklungen. Seine Techniken wurden vorgeführt und europaweit verbreitet.

Die Wassernutzung wurde über die Jahrhunderte vom kleingewerblichen bis zum industriellen Maßstab weiterentwickelt und führte vom einfachen Wasserrad im Mittelalter bis zur hocheffektiven Turbine im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

 

Neueste Erkenntnisse zur Trinkwasserhygiene wurden in Augsburg frühzeitig umgesetzt. Auch die mechanischen Übertragungen der Wasserkräfte wurden im Raum Augsburg früh durch die Elektrifizierung abgelöst.

Die ortsnahe Wasserkraftnutzung und Elektrizitätserzeugung wurde bald durch dezentrale Laufwasserkraftwerke ergänzt.

 

(Ch. Sch.)