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Bel Ami

Bel Ami

Kann man einen Hochstapler lieben? Kann man einen augenscheinlichen Soziopathen verstehen? Ihn vielleicht sogar bewundern? Wenigstens für Augenblicke?

Ja, jedenfalls dann, wenn sein Werdegang von einem Schriftsteller wie Maupassant beschrieben wird.

 

Nachdem wir Maupassant schon durch seine Erzählungen kennengelernt haben, möchte ich euch heute seinen Roman „Bel Ami“ vorstellen.

 

Paris, Ende des 19. Jahrhunderts. Duroy, ein ehemaliger Unteroffizier, treibt ziellos durch die lebendigste Stadt des Kontinents und beobachtet neiderfüllt das bunte Treiben auf den Boulevards.

Denn er ist mittellos, ohne Beziehungen und hat keinerlei Aussicht, je am Leben der Schönen und Reichen teilzuhaben.

So kennt er nur ein einziges Ziel: Vorwärts kommen!

 

Was ihm dabei hilft sind männliche Schönheit und eine absolute Skrupellosigkeit.

Denn jede dargebotene Hand dient ihm nur als Stütze auf dem Weg nach oben und wird gnadenlos unter seinen Stiefeln zermalmt, wenn sie ihm nichts mehr nützt.

 

Maupassant zeichnet ein schonungsloses Sittengemälde der Pariser Gesellschaft, die in seinen Augen eine verschworene Gemeinde geldgieriger Hochstapler ist. Ohne Skrupel und Moral, bereit, jeden zur eigenen Truppe zu zählen der einem nützlich erscheint und alle anderen als Feinde zu betrachten, die man bekämpfen muß.

In diese Welt tritt nun Duroy und schafft es durch seinen Willen zur Macht, eine absolute Gefühlskälte und das Ausspielen all seiner Trümpfe bis in die höchsten Kreise vorzudringen.

 

Maupassant zeigt uns den schrittweisen moralischen Verfall eines jungen Mannes. Es lässt uns seine Geschichte hautnah miterleben und daher beginnen wir ihn zu verstehen.

 

Denn leben wir nicht auch in einer Zeit der gekonnten Selbstinszenierung? In einer Zeit, in der viele Menschen gewillt sind, alles für Macht und Einfluss zu tun? Und dabei bereit sind so viel weiter zu gehen als Duroy?

 

Es ist wichtig, einmal durch die Worte eines Dichters in das Seelenleben dieser Menschen vorzudringen. Zu sehen, wie der Aufstieg sie immer gleichgültiger gegen menschliche Regungen macht und wie sie mit der Zeit immer unmenschlicher und abstoßender werden. Aber auch, wie geschickt sie sich verstellen und lernen, sich hinter ihren Masken zu verstecken.

So lernen wir sie besser kennen als wir es durch Studien oder Zeitungsartikel je könnten.

 

Und wir lernen auch uns selbst verstehen.

Denn wahrscheinlich gibt es tief in jedem Mann eine geheime Stelle die „Ja“ zu Duroy sagt. Die mit Sehnsucht auf ihn blickt und all das will, was er erreicht hat.

Und die nur allzuschnell bereit wäre seinen Weg zu gehen, wenn man nur die Möglichkeit dazu hätte.

 

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