Bereits im frühen Mittelalter war Brügge eine internationale Handelsstadt. Das kann nicht verwundern, denn durch seine günstige Lage an der »Reie« und seiner Verbindung zur Nordsee (heute ist das Flüsschen vollständig kanalisiert) war die Stadt mit ihrem Hafen ein wichtiger Knotenpunkt des damaligen Handels und stieg im Laufe des 13. Jahrhunderts zur bedeutendsten Handelsstadt Nordwesteuropas auf.
Auf dem Platz vor der Herberge der Familie Van der Beurse entstand auch die erste Börse der Welt (daher auch ihr Name) und wurde bald zum Anziehungspunkt von Händlern aus ganz Nordeuropa.
Ende des 14. Jahrhunderts kam Flandern zum Reich der burgundischen Herzöge und das 15. Jahrhundert schließlich wurde zu Brügges »Goldenem Zeitalter«. Es entstand das noch heute berühmte Rathaus, die »Natiehuizen« (Kontore der Hanse) und zahlreiche Kirchen und Maler wie Jan van Eyck und Hans Memling wirkten in der Stadt.
Doch Ende des 15. Jahrhunderts sollte durch die zunehmende Versandung des Hafens und den Rückzug des burgundischen Hofes (in dessen Kielwasser auch die internationalen Kaufleute verschwanden) die große Zeit Brügges zu Ende sein.