„Der schönste Ort, an dem ich jemals gewohnt habe.“ (George Sand)

 

Über den genauen Geburtstag Chopins gibt es keine Einigkeit. Eine Variante, die im Raum steht, ist der 22.2. 1810, eine andere der 1.3.1810. Wann auch immer, auf jeden Fall ist klar: Der französisch-polnische Komponist ist einige Jahre jünger als die Schriftstellerin George Sand, mit der ihn eine sehr wechselvolle Liebesbeziehung verband.

 

Im November 1838 reisten die beiden nach Mallorca, das damals Exotik, Natur pur und Ruhe versprach. Man wählte den Weg über Perpignan und Barcelona. In Palma angekommen, mieteten die beiden eine schön gelegene Finca ganz in der Nähe.

Bald erfuhren Nachbarn von Chopins Tuberkuloseerkrankung und die hohe Feuchtigkeit des alten Gemäuers tat ein Übriges. Chopin und Sand mussten sich eine andere Unterkunft suchen.

Die Wahl fiel auf das verlassene Karthäuserkloster in Valdemossa.

Wie auch schon in den Wochen zuvor in Palma, waren die beiden hingerissen von der Atmosphäre des mittelalterlichen Dorfes und auch von der Natur, die es umgibt – Olivenbäume soweit das Auge reicht. Von hier aus konnte man in der Ferne Palma erblicken und an klaren Tagen auch das Meer.

 

Der Aufenthalt war überschattet sowohl vom Misstrauen der Mallorquiner gegenüber diesem unverheirateten, ungewöhnlichen Paar, als auch von Chopins fortschreitender Erkrankung. Bald stellte sich eine Lungenentzündung ein, die mit Fieber und Halluzinationen daher kam.

 

Trotz der nicht besonders günstigen Umstände entstanden jedoch Meisterwerke.

Chopin komponierte seine Préludes, darunter das besonders bekannte Regentropfenprélude und Sand wird später ihren Bestseller Ein Winter auf Mallorca veröffentlichen.

Im Februar 1839 reisten die beiden über Barcelona und Marseille zurück.

 


Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

 

Bis zum Juli 1847 wird ihre Beziehung noch dauern. Die Sommer verbringen die beiden gemeinsam in Georges Landsitz in Nohan, und die restlichen Monate in Paris vergehen mit Unterrichten, Schreiben und in den Salons und Theatern – der Winter ist also ganz dem Kulturleben gewidmet.

 

Mallorca und die Mallorquiner haben ihren Unwillen abgelegt. Heute ist das Kloster mit Chopins Klavier eine gern gesehene Einnahmequelle im touristischen Bereich.

 

(A.W.)