Das Neue Schloss in Meersburg, ein Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert, steht auf einer Terrasse hoch über dem Bodensee und vom Schlossgarten aus hat man eine unglaubliche Aussicht auf den See und das Umland. Im Inneren des Schlosses gibt es wunderschöne Fresken, schöne Stuckarbeiten und ein sehenswertes Museum.

 

Schlossgeschichte

Seit der Reformationszeit, als der Konstanzer Bischof Hugo von Hohenlandenberg 1526 den Bischofssitz von Konstanz nach Meersburg verlegte, residierten die Bischöfe in Meersburg. Sie nutzten fortan Burg Meersburg (Altes Schloss) als Residenz, die sich bereits seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Bischöfe von Konstanz befand. Hohenlandenberg ließ die Burg für eine dauerhafte Nutzung erweitern und umbauen.

 

Planungen für eine neue Residenz

Schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es Pläne für ein an das bischöfliche Anwesen angegliedertes Priesterseminar. Hinzu kam der Wunsch einer neuen und modernen fürstbischöflichen Residenz. Um beides zu verwirklichen, plante Fürstbischof Johann Franz Schenk von Staufenberg Anfang des 18. Jahrhunderts den Bischofssitz zurück nach Konstanz zu verlegen und dort auf der Bischofspfalz eine neue Residenz zu erbauen. Der Konstanzer Rat lehnte diesen Wunsch jedoch ab und so begann Staufenberg ab 1710 in Meersburg mit der Planung und Umsetzung einer neuen fürstbischöflichen Residenz mit Lustgarten und Priesterseminar neben der alten Burg.

 

Das Neue Schloss als fürstbischöfliche Residenz

Bis zum Bezug des Neuen Schlosses durch die Bischöfe dauerte es jedoch noch einige Jahrzehnte. Zunächst diente es nur als Verwaltungsgebäude. Franz Conrad von Rodt war schließlich der erste Bischof, der das Neue Schloss ab den 1760er Jahren als Residenz nutzte und weiter ausgestalten ließ. Ihm folgten noch sein Bruder Maximilian und Carl Theodor von Dalberg auf dem Bischofsstuhl nach.

 

Das Neue Schloss in badischer Zeit

1802 wurde das Hochstift Konstanz säkularisiert und fiel an das Großherzogtum Baden. Der Großherzog ließ daraufhin viele wertvolle Gemälde, Kunstgegenstände und andere Wertsachen aus dem Schloss nach Karlsruhe bringen. Das Schloss selbst hatte Großherzog Karl Friedrich als Exilresidenz für den ehemaligen schwedischen König Gustav IV., den Ehemann von Friedrike von Baden, vorgesehen. Doch Gustav weigerte sich nach Meersburg zu ziehen und floh stattdessen in die Schweiz. Im Schloss waren dann im 19. und 20. Jahrhundert verschiedene Einrichtungen untergebracht: Es diente als Gefängnis, als Schule, als Taubstummenanstalt und als Quartier für französische Soldaten nach dem 2. Weltkrieg.

 

Neues Schloss Meersburg heute

1955 wurde das Schloss dem Land Baden-Württemberg übergeben und wieder instand gesetzt. Zum 300-jährigen Baujubiläum 2012 wurde es erneut modernisiert und umstrukturiert. Heute ist im Schloss ein Museum untergebracht, andere Räume werden für Feiern, Events, Tagungen und Konzerte genutzt.

 

(D.F.)