Am 7. Mai 1552 kehrte Erzherzog Maximilian mit seiner Gemahlin Maria aus Spanien zurück.

Es waren 3 Triumphbögen errichtet worden, die Straßen waren geschmückt und die Bevölkerung erwartete ihn gespannt. Denn der Kronprinz brachte mit seinem Gefolge auch einen Elefanten mit, der für großes Aufsehen sorgte. Er stammte aus Indien, war über den Seeweg nach Lissabon gekommen und Maximilian von König Johann III. von Portugal geschenkt worden. Bei dieser Übergabe wurde dem Elefanten der Name „Soliman“ gegeben, was an Sultan Süleyman erinnern sollte.

 

In einigen Städten, die der Elefant auf seinem Weg passierte, gibt es noch heute Erinnerungen daran, z.B. das Elefantenhaus in Brixen oder eine Darstellung am Hauptplatz in Linz.

Der Chronist von Hall in Tirol beschreibt den Elefanten folgendermaßen: „Zwölf Schuh hoch gewesen, mit zwei Zähnen ellenlang und mausfarben.“ Auf ihm ritt sein Elefantenführer (Mahut).

So Bestaunens wert das Tier war, so fürchteten sich doch viele vor dieser riesigen „Bestie“, die Menschen angeblich nach Belieben verschlingen oder zu Tode trampeln könnte. Es kam am Graben zu einem Gedränge, wobei ein kleines Mädchen in das Elefantengehege fiel. Doch statt das Mädchen zu zertrampeln oder zu verschlingen, hob es Soliman mit dem Rüssel aus dem Gehege – somit war er plötzlich zum Liebling der Wiener geworden. Zur Erinnerung an dieses Ereignis ließ der Vater des Mädchens, Anton Gienger, eine Inschrift und ein Bild an seinem Haus anbringen; das „Elefantenhaus“ stand bis 1866 zwischen Stock-im-Eisen-Platz und Graben.

 

Soliman wurde in die Menagerie von Schloss Ebersdorf gebracht. Doch er starb bereits am 18. Dezember desselben Jahres – warum ist nicht überliefert. Er und sein Mahut wurden ausgestopft und im Schloss Ebersdorf ausgestellt. Aus dem Vorderfuß des Elefanten ließ der Wiener Bürgermeister Sebastian Huetstocker einen Stuhl herstellen (Stift Kremsmünster).

Noch im 16. Jh. wurde der ausgestopfte Elefant dem Herzog von Bayern übergeben, der ihn in seiner Wunderkammer aufstellte. Von dort aus kam er ins bayrische Nationalmuseum und wurde im 2. Weltkrieg zum Schutz in den Keller gebracht, wo er aber verschimmelte. Die letzte Information über den Elefanten ist, dass um 1950 aus den letzten Hautresten Schuhsohlen hergestellt wurden.

 

Kaiser Maximilian II. ließ zur Erinnerung an den ersten Elefanten Wiens eine Medaille prägen (Wien Museum).

 

(K.M.)