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Der große Afrikaforscher David Livingstone

Der große Afrikaforscher David Livingstone

Nur einem Engländer kann es einfallen, einen verschollenen (und nach langem Suchen entdeckten) Zeitgenossen mit den Worten zu begrüßen: „Dr. Livingstone, I presume?“ („Doktor Livingstone, nehme ich an?“).

Doch gerade diese sprichwörtliche Kühle, diese typisch englische Verhaltensweise, auch im größten Sturm seine Ruhe zu bewahren, muss es gewesen sein, das es den Engländern ermöglichte, das größte Reich der Menschheitsgeschichte zu errichten und für mehr als ein Jahrhundert die vorherrschende Macht auf allen Gebieten zu sein.

 

Denn diese kleine Insel vor den nördlichen Küsten Europas hatte Kolonien von Feuerland über Afrika bis weit hinein nach Asien.

Und es hatte auch die geeigneten Menschen, diese Länder nicht nur zu verwalten, sondern immer größere Teile der unbekannten Welt zu erforschen und so die europäische Zivilisation zu verbreiten.

 

Einer von ihnen war der große Afrikaforscher David Livingstone, der 1813 im schottischen Blantyre (bei Glasgow) geboren wurde.

Schon in jungen Jahren war er entschlossen, als Missionar nach China zu gehen und studierte zu diesem Zweck Griechisch, Theologie und Medizin.

Doch nachdem daraus nichts wurde, schiffte er sich 1841 nach Südafrika ein, um dort das Wort Gottes zu verbreiten.

 

Doch hielt es ihn nicht lang an einem Ort, sondern besessen von seinem missionarischen Eifer und einem unbändigen Forschungsdrang zog es ihm immer weiter in das unbekannte Land und schon bald war er weiter vorgedrungen, als jemals ein Weißer zuvor.

Schon 1849 durchwanderte er die Wüste Kalahari bis zum Ngamisee, erreichte 1851 den Oberlauf des Sambesi und durchquerte von 1853 bis 1856 ganz Südafrika, womit er der erste Europäer war, der den afrikanischen Kontinent vom Atlantik im Westen bis zum Indischen Ozean im Osten durchquerte.

Dabei entdeckte er im November 1855 die gewaltigen Fälle des Sambesi, die er seiner Königin zu Ehren „Victoria Falls“ nannte.

 

Zurück in England hielt er Vorträge über seine Reisen, die unglaublich populär wurden.

Doch immer wieder trieb es ihn auf den schwarzen Kontinent, um diese riesige, unbekannte Landmasse zu erforschen.

 

So machte er sich 1866 auf, die Quellen des Nils zu suchen.

Doch 1869 erkrankte er und da keine Nachrichten mehr nach England kamen, hielt man ihn dort für tot.

 

Doch Henry M. Stanley, ein Korrespondent des „New York Herald“, wollte diesem Gerücht keinen Glauben schenken und machte sich auf die Suche.  Am 28. Oktober 1871 fand er Livingstone am Ostufer des Tanganyikasees, wo er ihn mit den eingangs erwähnten Worten begrüßte.

Gemeinsam erforschten sie nun das Nordende des Sees, doch als Mr. Stanley zurück nach England reiste, wollte ihn Livingstone nicht mehr begleiten.

 

Abgemagert und geschwächt rüstete er sich zu seiner letzten Expedition. Doch war er bald so krank, dass er in einer Hängematte getragen werden musste und am 1. Mai 1873 starb er am Südufer des Bangweulu.

 

Getreu seinem Leitspruch „Mein Herz ist in Afrika“ entnahmen ihm seine treuen Weggefährten Susi und Chuma (ein von ihm befreiter Sklave) das Herz und begruben es unter einem Baum.

Dann balsamierten sie seine Leiche und trugen sie unter großen Strapazen bis an die nahegelegene Ostküste, von wo aus sie nach Großbritannien verschifft wurde.

Sein Körper ruht heute in der Westminster Abbey in London.

 

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