Die Antike im Mittelmeerraum und damit auch dem Nahen Osten, in Nordafrika und Europa dauerte von circa 800 vor Christus bis etwa 600 nach Christus.

Der Begriff des Altertums ist weitgehend deckungsgleich mit der Antike, setzt jedoch meist noch einmal deutlich früher an und umfasst mitunter die Zeit vom vierten Jahrtausend vor Christus bis 600 nach Christus, also grob die Jahrhunderte zwischen Steinzeit und Mittelalter. Der Begriff Altertum schließt damit auch die altorientalischen Hochkulturen wie Ägypten, Mesopotamien und Persien mit ein.

Ein weiterer verwandter Begriff ist die Bronzezeit, also die Periode, in der die Menschheit lernte, Metallgegenstände aus Bronze herzustellen und zu nutzen. Diese Epoche umfasst jedoch in verschiedenen Kulturräumen auch immer verschiedene Zeiträume. In Mitteleuropa wird der Beginn der Bronzezeit beispielsweise von 2200 bis 1700 vor Christus angesetzt, während er im Mittelmeerraum deutlich früher ist, etwa 3300 vor Christus.

Das Ende wird mit spätestens 800 vor Christus veranschlagt. Hier begann die Eisenzeit, in der die Menschen die Eisenverarbeitung erfanden und nutzten. Um 800 vor Christus wird auch das Ende der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ im Mittelmeerraum angesetzt. Die verwandten Begriffe Eisenzeit und Antike decken sich dann in ihrer zeitlichen Erstreckung und enden beide ungefähr im 5. Jahrhundert nach Christus.

 

Der Ausgangspunkt der europäischen Bronzetechnologie lässt sich in Vorderasien verorten. Die dortigen, wichtigen Kulturräume sind neben der Ägäis, Kleinasien mit Zypern und Palästina vor allem die Hochkulturen von Mesopotamien und Ägypten.

In der vorangehenden Jungsteinzeit waren weltweit bereits zentrale zivilisatorische Schritte vollzogen worden: die frühe Menschheit gab ihr Leben als Jäger und Sammler auf und wurde sesshaft, es entstanden vor allem an Flüssen und Gewässern Siedlungen und erste Städte. Hier entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht sowie erste Formen der gesellschaftlichen Gliederung – Arbeitsteilung, Fernhandel, politische und religiöse Hierarchien. Die Bronzezeit zeichnete sich nicht nur durch die Erfindung der Bronzetechnik (also die Legierung aus Kupfer und Zinn oder Arsen) aus, sondern auch durch andere revolutionäre Erfindungen wie die Schrift, die zu Beginn die Arbeit von Verwaltungsbeamten erleichterte, indem sie wichtige Informationen erstmals mittels Schriftzeichen festhielt.

Im östlichen Mittelmeerraum entstanden mit den Reichen Mesopotamiens, dem Alten Ägypten und dem kleinasiatischen Reich der Hethiter erste Großreiche. Die ersten europäischen Hochkulturen waren im zweiten Jahrtausend vor Christus die Minoer auf Kreta und die Mykener auf Festlandgriechenland.

 

Um 1200 vor Christus wurde die Mittelmeerwelt dann von Umbrüchen erschüttert. Es ist die Epoche, in die auch der legendäre Trojanische Krieg verortet wird. Ganze Kulturen verschwanden oder gingen unter, neue Völker tauchten auf und zahllose Städte der Mykener und Hethiter wurden durch die mysteriösen sogenannten „Seevölker“ verwüstet.

Die Reiche der Assyrer und Ägypter überstanden diesen Sturm und in der Levante begann für das seefahrende Volk der Phönizier eine Blütezeit. In der Forschung ist bis heute nicht restlos geklärt, wer dieses Volk war und was die nun folgenden Dunklen Jahrhunderte auslöste. Spätestens während dieser Periode zwischen dem 12. und 8. Jahrhundert vor Christus fand im Mittelmeerraum der Übergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit statt.

 

(Ch. Sch.)