Die irische Flagge, so wie wir sie heute kennen, ist ein relativ junges Symbol. Erst 1937 wurde sie als offizielle Nationalflagge in der irischen Verfassung festgelegt, obwohl sie schon um das Jahr 1848 das erste Mal in den Händen der „Young-Ireland“ Bewegung auftauchte.

Aber noch lange Zeit verwendete man für Irland entweder eine grüne Fahne mit dem Symbol der irischen Harfe oder das St. Patrick´s Kreuz (das später Eingang in den „Union Jack“ Großbritanniens fand).

 

Der Ursprung der heutigen Flagge lässt sich auf die französischen Trikolore zurückführen. Diese wurde während der Julirevolution des Jahres 1830 zum wichtigsten Symbol der Pariser Bevölkerung und war das Zeichen ihres unbändigen Freiheitswillens.

Daran orientierte sich später die sogenannte „Young-Ireland“ Bewegung, die die Unabhängigkeit Irlands von der britischen Herrschaft anstrebte, als sie ihre eigene Flagge in Grün, Weiß und Orange entwickelte.

Während aber in Frankreich die Revolution erfolgreich war und unter dem neuen König Louis Philippe von Orléans die „Julimonarchie“ zu einem „Goldenen Zeitalter des französischen Bürgertums“ führte, verlief die Geschichte in Irland vollkommen anders.

Hier wurde der Aufstand sehr bald niedergeschlagen, was auch dazu führte, dass die „irische Trikolore“ aus dem öffentlichen Bild verschwand.

Bis eben ins Jahr 1937.

 

Jeder, der die Flagge vor Augen hat, kennt ihre drei Farbstreifen in Grün, Weiß und Orange. Offiziell haben die Farbwahl und ihre Anordnung keine Bedeutung, was aber nicht heißen soll, dass es dafür keine Spuren in der Geschichte gibt.

 

Die Farbe Grün geht dabei nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, auf den irischen Nationalheiligen St. Patrick zurück, der heute gern in dieser Farbe dargestellt wird. Denn die traditionelle Farbe, die mit ihm in Verbindung gebracht wird (und mit der er immer abgebildet wurde), ist ein leuchtendes Blau.

Viel wahrscheinlicher ist, dass die Farbe Grün ein Zeichen für die ältere gälische Mehrheit der Insel ist, die hauptsächlich aus Römischen Katholiken bestand.

 

Orange hingegen steht für die protestantische Bevölkerung im Norden Irlands und reicht zurück bis auf den englischen König Wilhelm III. von Oranien.

Dieser besiegte bei der „Schlacht an der Boyne“ im Jahre 1690 den katholischen Jakob II. und konnte so die abgefallene Insel zurückerobern, wobei er angeblich einen orangefarbenen Mantel getragen hat.

 

Das Weiß schließlich, das zwischen den Farben Grün und Orange steht, drückt die Hoffnung aus, dass eines Tages Frieden herrscht zwischen beiden Teilen Irlands und damit zwischen den verschiedenen religiösen Traditionen.