Es ist wohl das kleinste Wahrzeichen der Welt – die Bronzefigur an der Uferpromenade Langelinie in Kopenhagen, die als »Lille Havfrue«, also die »Kleine Meerjungfrau«, bekannt ist und die auf das Märchen von Hans Christian Andersen zurückgeht.

Knapp nach der Jahrhundertwende hatte der dänische Komponist Fini Henriques die Idee, auf der Grundlage des Märchens eine Ballettmusik zu erschaffen und die damals weltberühmte Ballerina Ellen Prince de Plane die Hauptrolle tanzen zu lassen. Bei der Uraufführung war auch Carl Jacobson, der Besitzer der Carlsberg Brauerei und einer der größten Kunstmäzene Dänemarks, zugegen. Er war von dem Ballett so begeistert, dass er dem Bildhauer Edvard Eriksen den Auftrag gab, eine kleine Meerjungfrau zu modellieren.

Dieser begann sofort mit der Arbeit an diesem Auftrag, doch fast kam es zum Zerwürfnis zwischen dem Künstler und seinem Mäzen. Denn Jacobson wünschte sich eine Figur mit Fischschwanz, währenddessen Eriksen darauf beharrte, dass  er die Meerjungfrau nach ihrer Verwandlung zum Menschen zeigen wollte und der Figur daher Beine gab. Man einigte sich schließlich darauf, der Kleinen Meerjungfrau zwar Beine, aber anstatt der Füße kleine Flossen zu geben. Damit waren beide Seiten zufriedengestellt und die Statue konnte vollendet werden.

Am 23. August 1913 schließlich wurde eine Kopie der 175 kg schweren Figur an ihrem heutigen Platz aufgestellt. Das Original jedoch wird von den Nachfahren Eriksens an einem unbekannten Ort aufbewahrt und ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.