Am 2.Mai 1907 wird die Mariazellerbahn für den Personenverkehr freigegeben. Sie ist die älteste elektrische Schmalspur-Gebirgsbahn der Welt und verbindet auf einer Strecke von 84 km St. Pölten mit Mariazell, denn dieser Wallfahrtsort war im 19. Jh. sehr stark besucht.

 

Der ursprüngliche Name lautete Niederösterreichisch-steirische Alpenbahn und ursprünglich führte die Strecke weiter bis Gußwerk.

Wegen des schwierigen Terrains wurde sie als Schmalspurbahn konzipiert. Von der Militärverwaltung vorgegeben war die Spurweite von 760 Millimetern, damit bei Bedarf die Fahrzeuge zum Kriegsdienst in Bosnien-Herzegowina eingezogen werden konnten.

Die Stammstrecke von St. Pölten nach Kirchberg und die Zweigstrecke nach Mank waren bereits 1898 eröffnet worden. 1903 beschloss der Niederösterreichische Landtag den Bau der Fortsetzung nach Mariazell. 1906 wurde der Güterverkehr aufgenommen und am 2. Mai 1907 der Personenverkehr bis Mariazell. Im Sommer desselben Jahres wurde die Strecke bis Gußwerk eröffnet. Es gab sogar Pläne einer Verlängerung über den Steirischen Seeberg und einer Verbindung zur Ybbstalbahn; beides wurde aber wegen des Ausbruchs des 1. Weltkrieges nicht verwirklicht.

Die Bahn wurde mittels Dampflokomotiven betrieben, doch schon 1911 erfolgte die Elektrifizierung. Dies galt als revolutionär, da bisher nur die Stubaitalbahn in Tirol (1904 eröffnet) mit Wechselstrom betrieben wurde.

 

Die Bahnstrecke war ein voller Erfolg: der Andrang an Fahrgästen war so groß, dass zeitweise jegliche Werbung unterlassen werden musste.

 

Während des Ersten Weltkriegs wurden mehrere Dampflokomotiven und Wagen zum Kriegseinsatz eingezogen. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde die Mariazellerbahn, wie alle anderen Bahnstrecken der ÖBB, in die Deutsche Reichsbahn integriert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben die ehemaligen Landesbahnstrecken bei den ÖBB und es wurden an Bahn und Strecke immer wieder einige Veränderung vorgenommen.

1998 wurde der Güterverkehr mit Rollwagen auf der Talstrecke eingestellt.

Seit 12. Dezember 2010 ist die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) Eigentümerin und Betreiberin der Mariazellerbahn.

Seit 2013 gibt es nur mehr die Modelle „Himmelstreppe“. Der Tourismus wird durch den Nostalgieverkehr gefördert: seit 2014 werden neue Panoramawagen sowie der „Ötscherbär“ (Dampf- oder Elektrotraktion) eingesetzt.

 

(K.M.)