9. Mai 1898: Kaiser Franz Joseph I. eröffnet in Wien die Stadtbahn.

Die Wiener Stadt- und Verbindungsbahn, war ein Bauwerk des späten Historismus und frühen Jugendstils. Da die Stadtbahn kreuzungsfrei sein sollte, d.h. ohne Bahnübergänge, wurde sie aufwändig teilweise als Hochbahn oder als Unterpflasterbahn konzipiert. Sie gehört zu den Hauptwerken des Architekten Otto Wagner: er gestaltete den Unterbau und die Hochbauten, Stützwände, Futtermauern, Brücken, Viadukte, Tunnelportale und Stationen, sowie alle dazugehörigen Fahrkarten- und Gepäckschalter, Bodenbeläge, Geländer, Aufzüge, Gitter, Tore, Möbel, Wasserleitungen sowie Heiz- und Beleuchtungskörper.

Am 9. Mai 1898 wurde die Wiener Stadtbahn in Michelbeuern feierlich eröffnet. Die kaiserlichen Eröffnungsworte lauteten: „Durch das einträchtige Zusammenwirken der autonomen Curien und des Staates geschaffen, wird dieser Bahnbau – wie ich zuversichtlich hoffe – der Bevölkerung mannigfaltige Vortheile bringen und die mir am Herzen liegende gedeihliche Entwicklung Wiens wirksam fördern.“ (Quelle: Wiener Linien)

Kaiser Franz Joseph I. befuhr mit dem k.u.k. Hofsalonzug alle bis dahin fertiggestellten Abschnitte: von Michelbeuern über die Gürtellinie nach Heiligenstadt, anschließend über die Vorortelinie und die Westbahn nach Hütteldorf-Hacking, dann über die Obere Wientallinie bis Meidling-Hauptstraße und schließlich auf der Gürtellinie zur Haltestelle Alser Straße.

1925 übernahm die kommunal betriebene Wiener Elektrische Stadtbahn einen Großteil dieses Netzes. Heute gehören diese 37,918 Kilometer langen Streckenabschnitte zur U4, U6 und zur S45.

Sämtliche Anlagen sind heute denkmalgeschützt.

 

(K. M.)