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Eine Anekdote aus der Zeit Kaiser Franz Joseph I.

Eine Anekdote aus der Zeit Kaiser Franz Joseph I.

Kaiser Franz Josef I. gehörte nicht zu den Menschen, die für ihren Humor bekannt waren. Trotzdem ranken sich zahlreiche Anekdoten um ihn.

Dabei war es vor allem sein Verhalten beim Essen und die Geschwindigkeit, mit der er seine Mahlzeiten hinunterschlang, die viele Menschen reizte.

 

Bei Hofe war den Gästen meist nicht einmal das Essen fertig serviert, da schluckte der Kaiser bereits den letzten Bissen und legte seine Gabel ab. Da man aber nur so lange essen durfte, bis seine Majestät „die Tafel aufhob“, blieben seine Gäste meist hungrig sitzen.

Diese Gewohnheit war natürlich ein Segen für die in der Nähe der Wiener Hofburg gelegenen Restaurants Sacher und Demmel. Denn die hungrigen Gäste eilten mit knurrendem Magen in diese Restaurants und verhalfen ihnen damit zu ihrer Bekanntheit.

 

Eine andere Anekdote erzählt davon, dass der Kaiser jeden Morgen eine Semmel zu seinem Kaffee erhielt. An manchen Tagen hätte er gerne noch eine weitere Semmel genossen, aber auf des Kaisers Teller kam immer nur ein Gebäckstück.

Des Kaisers Oberhofmeister, Graf Bellegarde, war ziemlich überrascht, als seine Majestät ihn eines Tages fragte:

“-Sagen Sie mir, lieber Herr Graf, wie viel Kilo Mehl brauchen wir zum Semmelbacken am Tag?
-16 Kilo, Ihre Majestät.
-Nun, dann erhöhen Sie die Mehlportion auf 32 Kilo ab Morgen, dann bleibt vielleicht noch eine Semmel für mich übrig!“

 

Auch hatten seine Köche von Zeit zu Zeit einen schlechten Tag, und so konnte es sein, dass die eine oder andere Speise weniger gut gelungen war. Der Kaiser beschwerte sich nie darüber, sondern er schluckte auch diese Speisen schnell und ohne sich etwas anmerken zu lassen hinunter.

Nur einmal wandte er sich an seinen Sitznachbarn: „Was sagen Sie denn zu diesem beinharten Beefsteak?“ fragte er. Aber der murmelte nur vor sich hin und wagte kein Wort der Kritik.

„Sie haben es leicht, sie können in ein gutes Restaurant gehen“, bemerkte der Kaiser schließlich resigniert.

 

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