7. Juli 1498: Kaiser Maximilian I. bestimmt eine Neuorganisation seines Hofes und seiner Hofkapelle als er den Regierungssitz von Innsbruck nach Wien verlegt. Dies gilt als Geburtsstunde der Wiener Sängerknaben.

 

Maximilian hatte drei Musikkapellen geerbt: die Burgunder Kapelle seiner ersten Ehefrau Maria, die Kapelle seines Vaters Kaiser Friedrich III. und die Innsbrucker Kapelle seines Onkels, Siegmund des Münzreichen, mit den „Wiltener Sängerknaben“.

Mit dem Umzug seines Hofstaates nach Wien befahl er, auch dort „ain capellen aufzurichten“. Die singenden Knaben standen unter der Leitung des vormaligen Kantors Georg von Slatkonia, der von nun an auch Leiter der Wiener Hofmusikkapelle war.

Die Aufgabe des Chores, dem auf Anordnung Maximilians sechs Knaben angehören sollten und der später auf 14 bis 20 Knaben erweitert wurde, war die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe.

 

Bis 1918 sang der Chor ausschließlich im Auftrag des Hofes. In den 1920er Jahren wurden die Wiener Sängerknaben aufgelöst, aber als privater Verein neu organisiert, da sich der damalige Rektor Josef Schnitt für eine Fortführung der Tradition einsetzte. 1924 wurde der Matrosenanzug als offizielle Chorkleidung eingeführt.

Aus den Jahren 1938-45 gibt es so gut wie gar keine Information. Mir ist ein Foto im Bildarchiv der ÖNB untergekommen, dass zeigt, dass auch die Sängerknaben für das NS-Regime instrumentalisiert wurden. Außerdem gibt es eine Tonaufnahme auf YouTube aus dieser Zeit und ein Buch „Dem Gesang ich dien‘, meine Stadt heißt Wien. Wiener Sängerknaben 1938 – 1945.“.

 

Heute gibt es rund 100 aktive Wiener Sängerknaben zwischen neun und vierzehn Jahren, aufgeteilt auf vier Konzertchöre. Jeder der Chöre verbringt neun bis elf Wochen des Schuljahres auf Tournee.

Im Palais des Wiener Augarten befindet sich seit 1948 das Internat für die Sängerknaben. Der Mehrzwecksaal MuTh (Musik und Theater) wurde 2012 auf dem Gelände für Proben und Konzerte errichtet.

 

Sonntags um 9.15 Uhr kann man ihnen bei der Messe in der Wiener Hofburgkapelle zuhören. Neben diesen Konzerten begeben sich die Wiener Sängerknaben, die sich zum größten Teil selbst durch Auftritte und Tonträger finanzieren, mehrmals jährlich auf Tournee, die vielfach über Sponsoren, aber auch durch Förderungen seitens der Republik Österreich und der Stadt Wien finanziert werden. Weltweit geben die Wiener Sängerknaben jährlich um die 300 Konzerte.

 

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(K. M.)