Der Engländer George Stubbs (1724-1806) zählt zu den bedeutendsten und innovativsten Künstlern der europäischen Geschichte.

 

Mit Siebzehn begann er eine Ausbildung bei einem Maler und Kupferstecher in Lancashire, brach diese aber bald wieder ab. Denn anders als damals üblich (der normale Bildungsweg sah ein intensives Kopieren und Nachahmen der alten Meister vor) wollte er nach der Natur arbeiten und suchte nach möglichst realistischer Darstellung dessen, was er sah.

So kam er 1745 ans York County Hospital, um dort Anatomie zu studieren. Ende der 1750er Jahre begann er auch damit, sich intensiv mit dem Körperbau von Pferden auseinanderzusetzen und mietete dazu ein abgelegenes Bauernhaus, wo er unzählige Pferdekadaver sezierte. Frucht seiner Arbeit war das Werk »The Anatomy of the Horse«, für das er selbst die Zeichnungen und Kupferstiche schuf und welches ihn nach der Veröffentlichung im Jahr 1766 mit einem Schlag berühmt machte. Wissenschaftler aus ganz Europa gratulierten ihn zu diesem Werk und für mehr als ein Jahrhundert blieb es ein Lehrbuch sowohl für Künstler als auch für Wissenschaftler.

 

Bald wurde er auch zu einem Lieblingsmaler des pferdevernarrten englischen Adels, die seine Realitätsnähe und Detailtreue schätzten und in der Folge schuf er zahlreiche bekannte Werke, wie etwa »Whistlejacket« oder »Gimcrack mit einem Reitknecht auf Newmarket Heath«.

 

George Stubbs, Whistlejacket; © The National Gallery, CC BY-NC-CD 4.0; Link zum Bild