Wenn man heute von „antik“ spricht, dann kann das Vieles bedeuten: ein altes Möbel der Großeltern, eine verstaubte Ansicht oder Person oder eben auch Hinterlassenschaften vergangener Kulturen. Das lateinische Wort antiquus bedeutet genau genommen auch genau das: alt, altehrwürdig, altertümlich.

Spricht man jedoch im historischen Sinne von der Antike, so muss man den Kreis schon enger ziehen. Zwar lässt sich wie bei allen Epochen nur schwer eine exakte räumliche und zeitliche Begrenzung ziehen, aber zumindest im Großen und Ganzen stimmt die Geschichtswissenschaft mit einigen Eckdaten überein.

 

Die Antike im Mittelmeerraum und damit auch dem Nahen Osten, in Nordafrika und Europa dauerte von circa 800 vor Christus bis etwa 600 nach Christus. Der Begriff des Altertums ist weitgehend deckungsgleich mit der Antike, setzt jedoch meist noch einmal deutlich früher an und umfasst mitunter die Zeit vom vierten Jahrtausend vor Christus bis 600 nach Christus, also grob die Jahrhunderte zwischen Steinzeit und Mittelalter. Der Begriff Altertum schließt damit auch die altorientalischen Hochkulturen wie Ägypten, Mesopotamien und Persien mit ein.

Ein weiterer verwandter Begriff ist die Bronzezeit, also die Periode, in der die Menschheit lernte, Metallgegenstände aus Bronze herzustellen und zu nutzen. Diese Epoche umfasst jedoch in verschiedenen Kulturräumen auch immer verschiedene Zeiträume. In Mitteleuropa wird der Beginn der Bronzezeit beispielsweise von 2200 bis 1700 vor Christus angesetzt. Das Ende wird mit circa 800 vor Christus veranschlagt. Hier begann die Eisenzeit, in der die Menschen die Eisenverarbeitung erfanden und nutzten. Um 800 vor Christus wird auch das Ende der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ im Mittelmeerraum angesetzt.

Die verwandten Begriffe Eisenzeit und Antike decken sich dann in ihrer zeitlichen Erstreckung und enden beide ungefähr im 5. Jahrhundert nach Christus.

 

Die klassische Antike wird meist begrifflich und zeitlich begrenzt auf die Hochphasen der antiken griechischen, hellenistischen und römischen Geschichte, die im mediterranen Raum relativ konstante und gemeinsame kulturelle Traditionen etablierten. Nach dem Ende der Bronzezeit und der sogenannten „dunklen Jahrhunderte“ (1200-800 v. Chr.) im mediterranen Raum beginnt in Griechenland das Zeitalter der Archaik (800-500 v. Chr.), gefolgt von der Klassik (ca. 500/480-336/320 v. Chr.), die als höchste Blütezeit der antiken griechischen Kultur gilt, in der der Stadtstaat Athen mit seinem politischen System der Attischen Demokratie lange Zeit tonangebend war.

Nach den Eroberungszügen Alexanders des Großen hatte sich die alte Welt gewandelt: Die griechische Kultur war nun im Mittelmeerraum und bis nach Indien verbreitet. Es begann das Zeitalter des Hellenismus (336-30 v. Chr., nach „hellenismos“: Griechentum, Selbstbezeichnung der Griechen). In diese Epoche fällt bereits das parallele Erstarken der Römischen Republik (legendenhafte Gründung der Stadt Rom um 753 v. Chr., angebliche Vertreibung des letzten Königs und Gründung der Republik um 509 v. Chr.).

Nach der Ermordung des Diktators Caesar 44 v. Chr. konnte sein Neffe und Erbe Octavian den Bürgerkrieg für sich entscheiden und herrschte als erster Kaiser des Römischen Reiches. Im Jahr 395 wurde das Imperium geteilt. Das Weströmische Reich endete 476, das Oströmische Reich hielt sich trotz konstanter Schrumpfungen bis 1453.

Das genaue Ende der Antike lässt sich nur schwer festmachen und liegt grob zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert nach Christus.

 

(Ch. Sch.)