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Goldberg Variationen, J. S. Bach

Goldberg Variationen, J. S. Bach

Hermann Carl von Keyserlingk, russischer Gesandter am Hofe Dresdens, litt Zeit seines Lebens an Depressionen und Schlaflosigkeit. Ein Unglück für ihn, doch ein Segen für uns und die Geschichte der Musik.

Denn um seine Einsamkeit zu vertreiben musste ihm sein Kammermusicus Johann Gottlieb Goldberg Nacht für Nacht auf dem Cembalo vorspielen.

„Einst äußerte der Graf gegen Bach, daß er gern einige Clavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Bach glaubte, diesen Wunsch am besten durch Variationen erfüllen zu können, die er bisher, der stets gleichen Grundharmonie wegen, für eine undankbare Arbeit gehalten hatte.“

 

So schön diese Geschichte auch klingt, so haben neueste Forschungen doch gezeigt, dass sie nicht wahr ist.

Aber trotzdem ist das Werk unter diesem Namen in die Musikgeschichte eingegangen und gilt bis heute als eines der schönsten Beispiele dieser Gattung.

 

Einer, der sich sein Leben lang um dieses Stück bemüht hat war der kanadische Pianist Glenn Gould. Es gibt von ihm zwei Aufnahmen, die im Abstand von fast dreißig Jahren entstanden sind.

 

Auf der ersten aus dem Jahr 1955 spielt G. Gould mit dem hinreißenden Temperament eines 22-jährigen Wunderknaben und befreit das Stück von all der Patina, die es im Laufe der Zeit angesetzt hat.

 

Bei der Aufnahme aus dem Jahr 1982 scheint aller virtuose Glanz von ihm abgefallen zu sein und übrig bleibt eine reife, klar disponierte Interpretation von seltener Schönheit und Innigkeit, die man kennen muss, wenn man sich für dieses Werk interessiert.

 

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