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Herzog von Enghien

Herzog von Enghien

„Das war schlimmer als ein Verbrechen, das war ein Fehler.“

 

Der das sagte, war nicht irgendjemand, sondern einer der wichtigsten Minister Napoleons, der von allen gefürchtete „Ministre de la Police“ Joseph Fouché.

Unter Aufbietung einer ganzen Armee an Spitzeln war es ihm gelungen, eine Verschwörung rund um die Generäle Cadoudal, Pichegru und Moreau aufzudecken, die an einem Attentat auf Napoléon beteiligt waren.

 

Doch mit der Verurteilung der Verräter war Napoleons Rachsucht noch nicht gestillt. Vielmehr suchte er nach einem weiteren Opfer, um so ein weithin sichtbares Zeichen an die loyalen Anhänger der Bourbonen zu senden.

Er fand es in dem jungen Herzog von Enghien, Louis Antoine Henri de Bourbon-Conde, der nahe der französischen Grenze in Ettenheim bei Baden lebte. Politisch unbedeutend war dieser aber ein glühender Anhänger der Bourbonen und kämpfte als Offizier im Heer der Emigranten gegen die Nationalgarde der noch jungen Republik.

 

So schlich sich in der Nacht vom 14. auf den 15. März 1803 eine Gruppe der Gendarmerie, begleitet von 300 Dragonern, über die Grenze, um den Herzog zu entführen und nach Frankreich zu bringen, um ihn dort wegen Hochverrates anzuklagen.

Die bei ihm gefundenen Papiere bewiesen eindeutig, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Darauf reagierte der Erste Konsul mit ungezügelter Wut: „Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen.“

Der Herzog wurde schon nach wenigen Tagen vor ein Militärtribunal gestellt. Er selbst erklärte, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen hatte und jede Gelegenheit nützen würde, das revolutionäre Frankreich zu bekämpfen.

Aber die Anschuldigungen, an einer Verschwörung gegen das Leben des Ersten Konsuls teilgenommen zu haben, wies er entschieden zurück. Trotzdem wurde er schon am nächsten Tag zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Außenpolitisch war diese Tat ein schwerer Fehler, denn die europäischen Staaten, insbesondere Baden und Preußen, sahen sich in ihrer staatlichen Souveränität bedroht.

Innenpolitisch jedoch wusste Napoleon breite Schichten der Bevölkerung hinter sich, die noch immer loyal hinter der jungen Republik standen. Außerdem wurden damit alle weiteren royalistischen Komplotte bereits im Keim erstickt.

 

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