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Kaffeestadt Bremen

Kaffeestadt Bremen

Im Jahre 2004 bekam der Bremer Marktplatz den Titel „Weltkulturerbe“ zugesprochen. Zu Recht wie ich finde, legen doch das Rathaus und der aufrechte Roland Zeugnis ab von einem freien Bürgertum, das hier durch das lange Wirken der Hanse entstehen konnte.

Was aber weit weniger bekannt sein dürfte, ist, dass Bremen auch die heimliche Kaffeehauptstadt Deutschlands ist.

 

Denn schon 1673 öffnete hier das erste Kaffeehaus seine Türen und war damit das erste im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Erlaubnis für das Brauen und den Ausschank des damals wenig bekannten „indianischen Getränkes“ bekam übrigens der Holländer Jan van Huesden.

Seit diesen Tagen entwickelte sich Bremen immer mehr zur Stadt des Kaffees. Der hanseatische „Waaren-Agent“ J. C. Zimmermann notierte schon 1849: „Der Caffée ist nun einmal ein Bedürfnis geworden, und man kann ihm seine Wohltätigkeit nicht absprechen.“

 

Bremens Verwandlung von einer Stadt der Kaffeeliebhaber hin zu einer Stadt, die den Kaffee als Wirtschaftsfaktor begriff, begann erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

In dieser Zeit gründete Johann Jacobs eine Kaffeehandlung mit eigener Rösterei, Carl Ronning vertrieb den ersten abgepackten Kaffee und das Versandunternehmen von Elisabeth Schilling verschickte Kaffeebohnen bis in die entlegensten Regionen des Deutschen Kaiserreiches.

Es war auch in Bremen, dass Ludwig Roselius das Entkoffeinierungsverfahren für seinen Kaffee HAG entwickelte.

 

Für Besucher ist diese Stadt mit den vielen Cafés, die sich in wenigen hundert Metern Umkreis um Dom und Marktplatz versammeln, immer einen Besuch wert.

Die schönsten Kaffeehäuser befinden sich hinter den prächtigen Fassaden der Innenstadt. Das Café Stecker etwa verwöhnt seine Gäste auf zwei Stockwerken in einem typischen Altbremer Haus. Auch das Café Tölke und das Café Haus sind in honorigen Bremer Handelshäusern untergebracht und in einem der ältesten Gebäude am Marktplatz hat das Raths-Café seine Heimat gefunden.

Offenbar haben die Ehefrauen der sparsamen Kaufleute bei ihrem Kaffeeklatsch schon immer auf Stil und Qualität geachtet und dafür etwas tiefer in die Tasche gegriffen. Was nicht verwundert in einer Stadt, aus der zeitweise jede dritte Tasse des in Deutschland getrunkenen Kaffees stammte.

 

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