Am 31. Mai 1804 wird Louise Dumont geboren, hinein in eine Familie voller MalerInnen und Bildhauer. Sie bekam recht bald Klavier – und Solfègestunden und lernte so Ignaz Moscheles und Johann Nepomuk Hummel kennen. 15jährig konnte sie dann in die Kompositionsklasse von Anton Reicha am Pariser Conservatoire eintreten – damals außergewöhnlich für eine Frau oder eben ein junges Mädchen.

1821 heiratete Louise schließlich den Flötisten und Musikverleger Aristide Farrenc und trug ab diesem Zeitpunkt seinen Namen. Mit Aristide unternahm sie viele Reisen und ihr Ehemann unterstützte sie tatkräftig bei der nun beginnenden Karriere. Louise Farrenc veröffentlichte erste Klavierwerke und überzeugte längst als Pianistin.

 

Ab den 1830er-Jahren entstand dann jene Orchester-und Kammermusik, die sie berühmt machen sollte. Sie hatte einen völlig eigenen Stil entwickelt, beschwingt und  elegant. Louises Werke wurden sehr bald international aufgeführt.

Ab 1842 hatte sie als erste Frau Europas über 30 Jahre lang eine Instrumentalprofessorenstelle für Klavier am 1795 gegründeten Pariser Conservatoire inne. Die Trente Études op. 26 von Louise Farrenc wurden dann ab 1845 offizielles Lehrwerk an den Konservatorien von Paris, Brüssel und Bologna.

 

Aristide Farrenc löste 1837 sein Verlagsgeschäft auf und gab ab da nur noch Werke seiner Ehefrau heraus. Hauptsächlich widmete er sich ab diesem Zeitpunkt nämlich der musikhistorischen Forschung sowie einer regen Sammeltätigkeit auf dem Gebiet der Alten Musik. Besonders viel Anklang fand in diesem Zusammenhang die von den Eheleuten Farrenc gemeinsam herausgegebene Klavieranthologie Le Trésor des pianistes, eine der ersten quellentreuen Ausgaben europäischer Musik für Tasteninstrumente des 16. bis 19. Jahrhunderts.

 

1859 starb die hochbegabte Tochter Victorine Farrenc mit nur 32 Jahren an Tuberkulose. Sie war Louises einziges Kind. Ab diesem Zeitpunkt findet man kaum mehr Presserezensionen, offenbar konzertierte Louise Farrenc nicht mehr, sondern widmete sich hauptsächlich der Edition, der Planung und Durchführung der Séances historiques. Diese Konzertreihe hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann ins Leben gerufen und man spielte dabei Werke aus dem Trésor des pianistes, die dem interessierten Publikum zum Teil auch erläutert wurden.

1861 und noch einmal 1869 erhielt Louise von der Académie des beaux-arts den Prix Chartier.

 

Schließlich stirbt 1865 Aristide und Louise ist allein.

 

Zeit ihres Lebens hat sie sich als Pianistin, Komponistin und Musikwissenschaftlerin gesehen. Sie führt die Arbeit an den noch ausstehenden 15 Bänden des Trésor ohne Unterstützung zu Ende und unterrichtet bis 1872 am Conservatoire. Louise Farrenc stirbt 1875 mit 71 Jahren in Paris.

Anlässlich ihres 200. Geburtstages im Jahre 2004 erschien bei einem Schweizer Verlag endlich eine Gesamtausgabe ihres Werkes.

 

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(A. W.)