Leopold I. (Liutpold), der Erlauchte/Durchlauchtigte genannt, wird um 940 geboren. Er war Graf im bayrischen Donaugau und erscheint schon in den 960er Jahren als treuer Gefolgsmann Kaiser Ottos I. und später seines Sohnes Otto II.

 

Der Herzog von Bayer, Heinrich II, „der Zänker“, stand in Konflikt mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Deshalb trennt der König im Jahr 976 Kärnten vom Herzogtum Bayern und übergibt die Marchia Orientalis an seinen eigenen Gefolgsmann, dem Babenberger Leopold. Am 21. Juli des Jahres 976 wird er erstmals als Markgraf, marchio Liutpalus, bezeichnet.

Die Babenberger sollten nun bis ins Jahr 1246 im Gebiete Österreichs herrschen.

 

Die Markgrafschaft erstreckte sich damals vom Erlabach, einige Kilometer östlich der Enns, im Westen bis vor den Wienerwald im Osten; im Norden kamen zum Donautal noch die Täler am Unterlauf der Nebenflüsse (Krems und Kamp) und der Wagram dazu, im Süden reichte die Mark bis vor das Gebirgsland. Leopold dehnte das Gebiet weiter nach Osten aus.

Leopold residierte wohl zuerst in Pöchlarn und später in Melk. Auf seiner Darstellung am Babenberger Stammbaum in Klosterneuburg ist er vor dem Stift Melk mit einem Kanoniker zu sehen; im Vordergrund wird ein Kampf der babenbergischen Truppen gegen die Ungarn gezeigt.

Leopold starb am 10. Juli 994 in Würzburg nach einem Mordanschlag der eigentlich auf seinen Vetter Heinrich abgezielt war.

 

Leopold hatte mit seiner Frau Richarda acht Kinder. Seine Söhne Heinrich I. und Adalbert wurden nach ihm Markgrafen von „Österreich“.

 

Am 28. Februar 1863 beschloss Kaiser Franz Joseph, Leopold I. in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufzunehmen und so bekam dieser 1868 auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien).

 

(K. M.)