Über 1200 Jahre war das Konstanzer Münster die Bischofskirche des Bistums Konstanz und die dreischiffige Säulenbasilika ist nicht nur die größte Kirche am westlichen Bodensee, sondern auch eine der größten romanischen Kirchen in Südwestdeutschland. Die Krypta, der älteste noch erhaltene Teil des Münsters, stammt aber bereits aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. Im 15. Jahrhundert erhielt die Kirche ihre Seitenkapellen und die Westturmanlage mit Portal. Und im 19. Jahrhundert wurde schließlich das Äußere des Münsters neugotisch umgeformt. 

 

Unbedingt anschauen solltet ihr euch die Krypta mit den außergewöhnlichen Goldscheiben, die Mauritiusrotunde mit der Kopie des Heiligen Grabes und die wunderschönen geschnitzten Türflügel des Westportals. Wundervoll ist übrigens auch die Aussicht vom Münsterturm.

Wenn ihr mehr über die Türflügel und die gotischen Teile des Münsters erfahren möchtet, dann solltet ihr auf jeden Fall bei Ines Stadie auf dem Blog vorbeischauen: Kunstgeschichtsperlen: Die Hauptportaltüren des Konstanzer Münsters und Kunstgeschichtsperlen: Gotik am Konstanzer Münster. Bei Ines findet ihr auch spannende Infos über die weiteren Baustile am Münster: Renaissance, Barock, Klassizismus und Historismus.

 

Goldscheiben in der Krypta des Münsters

Beeindruckend sind die Goldscheiben in der Krypta des Konstanzer Münsters. Nachdem sie viele Jahrhunderte am Ostgiebel des Münsters zu sehen waren, befinden sich die Goldscheiben seit einigen Jahrzehnten in der Krypta.

Am Ostgiebel sind heute Duplikate der Scheiben angebracht, die gut vom Stadtgarten aus zu sehen sind. Die vier Scheiben – eine große und drei kleinere Scheiben – sind aus vergoldetem Kupfer gefertigt. Auf der großen Scheibe, die aus dem 10. Jahrhundert stammt, ist Jesus auf einem Thron umgeben von zwei Engel zu sehen. Die drei kleineren Goldscheiben, die im 13. Jahrhundert entstanden sind, zeigen die Münsterpatrone Konrad und Pelagius sowie einen Adler, das Symbol des Apostel Johannes.

 

Mauritiusrotunde im Konstanzer Münster

Gegenüber der Krypta führt eine Holztür in die Überreste des Kreuzgangs. Von dort gelangt ihr in die Mauritiusrotunde, die von Bischof Konrad (um 900-975) erbaut wurde. Konrad, Patron des Münsters und der Stadt Konstanz, hat wie viele seiner Zeitgenossen mehrere Pilgerreisen ins Heilige Land unternommen. Nach der Rückkehr von einer dieser Pilgerreisen ließ er nordöstlich des Münsters eine Nachbildung des Heiligen Grabes und der Grabrotunde in Jerusalem erbauen. Die Kopie des Heiligen Grabes wurde im 13. Jahrhundert erneuert und umgestaltet. Besonders sehenswert finde ich die aus dieser Zeit stammenden gotischen Figuren, die sowohl außen als auch innen an dem zwölfeckigen Bau in der Mitte der Rotunde zu sehen sind. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu sowie die Apostel.

 

(D. F.)