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Österreichisch-Ungarischer Ausgleich

Österreichisch-Ungarischer Ausgleich

Im Westen ein starkes Frankreich und im Norden ein fein abgestimmtes System deutscher Kleinstaaten – so blieb den Habsburgern nur der Weg, ihren Besitz nach Süden oder Osten auszudehnen. Dabei waren die Länder im Osten die leichteste Beute und so kamen im Laufe der Zeit so unterschiedliche Länder wie Böhmen, Mähren oder das Königreich Ungarn unter habsburgische Herrschaft.

 

Nachdem es die Völker jahrhundertelang als gegeben hinnahmen, von ausländischen Monarchen regiert und wie Figuren auf einem Spielbrett herumgeschoben zu werden, begann im Gefolge der französischen Revolution der Gedanke des Selbstbestimmungsrechts der Völker um sich zu greifen.

Einige Reiche, wie etwa das der Franzosen oder der Engländer, hatten damit wenig Probleme, denn innerhalb ihrer Grenzen lebte eine ethnisch relativ homogene Bevölkerung.

Das Reich der Habsburger hingegen war ein Sonderfall. Unter seiner Herrschaft tummelte sich ein buntes Volk verschiedenster Nationalitäten, zu denen neben Deutsch-Österreichern und Ungarn auch Polen, Tschechen, Italiener, Kroaten, Ruthenen oder Slowenen gehörten.

 

Zwar gelang es nach dem Wiener Kongress den Ruf nach Freiheit und Unabhängigkeit vorerst zu unterdrücken, doch 1848 war der Druck zu hoch und erneut fegte ein Sturm der Revolution über den Kontinent.

Um seine Herrschaft zu retten berief sich Österreichs Herrscher Franz I. auf die „heilige Allianz“ und noch einmal gelang es ihm, mithilfe der russischen Armee, die Aufstände zu unterdrücken.

Doch nach der Niederlage Franz Josephs I. im Deutschen Krieg 1866 war die Monarchie zu schwach, um weiterhin auf einer absoluten Herrschaft der Habsburger zu beharren. Deshalb trafen Vertreter des Kaisers und des ungarischen Landtags zu Verhandlungen zusammen.

 

Um die Auflösung der Monarchie in fünf Königreiche und der Herrschaft der Slawen vorzubeugen, entschied man sich für die Teilung des Kaiserreichs in zwei Hälften, den sogenannten „Dualismus“, in denen jeweils die Deutschen bzw. die Magyaren die Vormacht hatten.

Im Zuge dieser Verhandlungen stellte man den ungarischen Reichstag wieder her, wählte eine königlich ungarische Regierung und krönte schlussendlich Kaiser Franz Josephs I. mit der Stephanskrone zum König der Magyaren.

 

Das markierte das Ende des Kaisertum Österreichs und den Beginn der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

 

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