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Rialto Brücke

Rialto Brücke

Venedig, La Serenissima („Die Durchlauchtigste“), Königin der Adria, Stadt der Masken und der Liebe. Venedig, heute für viele nur noch die Stadt der romantischen Gondelfahrt über den Canal Grande.

 

Aber Venedig ist weit mehr als ein Zerrbild ihrer großen Vergangenheit. Die Wahrheit über diese Stadt liegt in den Geschichten, die sich um sie ranken, und nicht zuletzt an der wasserdurchfluteten Architektur ihrer hundert Inseln, über die sich albtraumhaft ihre Brücken spannen.

Mit die schönste unter ihnen, und sicher die bekannteste, ist die Rialtobrücke, die zwischen 1588 und 1591 erbaut wurde und die die Sestieri San Marco und San Polo miteinander verbindet.

 

Ihr Architekt war Antonio da Ponte, der treffend als Antonius der Brücke bezeichnet wird, der sie nach Entwürfen von Giovanni Alvise Boldù erbaute.

Dabei setzte er sich gegen so bedeutende Köpfe wie Michelangelo, Andrea Palladio oder Jacopo Sansovino durch, die ebenfalls ihre Pläne einreichten, damit den Senat aber nicht überzeugen konnten.

 

Verwirklicht wurde nach seinen Vorstellungen eine Brücke mit einem einzigen Segmentbogen, die einen raschen Verkehrsfluss auf dem dichtbefahrenen Canal Grande ermöglichte, was bei den anderen Entwürfen, die alle von mehreren Bögen ausgingen, nicht möglich gewesen wäre.

 

Durch die Schwierigkeiten beim Bau dieser neuartigen Konstruktion rankten sich von Beginn an viele Legenden um sie. Eine davon ist die Geschichte, wie ihr Baumeister einen Pakt mit dem Teufel schloss, um das Bauwerk zu vollenden.

Denn schon bei der Errichtung der Brücke schien dieser seine Hände im Spiel zu haben. Immer wieder brach die Konstruktion zusammen und verzögerte die Fertigstellung auf unbestimmte Zeit.

Doch Antonio da Ponte, fest entschlossen, sich nicht aufhalten zu lassen, traf sich zu nächtlicher Stunde mit dem Teufel und versprach ihm die erste Seele, die die Brücke überquerte.

Im Stillen hegte er den Plan, einen Hahn über die fertige Brücke spazieren zu lassen und so den Teufel um seinen Lohn zu bringen. Zu diesem Zweck stellt er auf beiden Seiten der Brücke Wachen auf und gebot ihnen, jedweder Menschenseele den Zutritt zu verwehren.

 

Doch der Teufel bekam Wind von der Sache, ging verkleidet zur schwangeren Frau des Baumeisters und sagte ihr, dass ihr Mann sie auf der Brücke erwartete. Rasch warf sie ihre Kleider über und machte sich im Dunkeln der Nacht auf den Weg.

Die Wachen erkannten die Gattin des Baumeisters, glaubten ihren Worten und ließen sie ausnahmsweise passieren.

 

So kam der Teufel doch noch zu seinem Lohn und Antonio da Ponte zu seiner Brücke.

Heute ist die Rialtobrücke Hauptanziehungspunkt unzähliger Touristen aus aller Welt, die hier ihren eigenen kleinen Träume ins Gespinst der schönsten Stadt an der Adria weben, La Serenissima, die Durchlautigste.

 

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