Um das Jahr 1380 beschloss der schwedische Reichsrat und Großgrundbesitzer Bo Jonsson aus dem Adelsgeschlecht der Grip, der einige Güter in der Gegend um Mariefred erworben hatte, hier (in strategisch günstiger Lage auf einer kleinen Insel) eine Burg zu erbauen.

 

In den folgenden 150 Jahren hatte die Burg eine bewegte Geschichte. Sie wurde von der dänischen Königin Margarethe I. erworben, an den Grafen Hans von Ewersten verpfändet (dessen Vogt sie im Zuge des „Engelbrekt“ Aufstandes kurzerhand abbrannte) und nach weiteren Besitzwechseln schließlich dem nahen Kloster, der Kartause Marienfred, vermacht.

 

Aber etwa 30 Jahre später wurde sie wieder von der Krone eingezogen und 1525 beschloss Gustav I. Wasa, seinen ständigen Wohnsitz nach Gripsholm zu verlegen. Aus diesem Grund ließ er das Schloss ausbauen und zur Festung aufrüsten.

Die bedeutendste Veränderung war dabei der Anbau der vier mächtigen Türme, die bis heute das Anlitz dieses Bauwerkes prägen. Einer davon sollte Gustav schließlich als Wohnort dienen.

 

Nach seinem Tod wurde der Schlossbau mit langen Unterbrechungen von Erik XIV. weitergeführt. Als Verteidigungsburg war das Schloss schon damals ungeeignet, stattdessen wurde es sporadisch als Gefängnis genutzt.

So ließ er etwa zwischen 1563 und 1567 seinen Bruder Johann III. mitsamt seiner Frau Katharina Jagiellonica hier festsetzen. Im Jahre 1571 wiederum sperrte Johann seinen abgesetzten Bruder Erik mit Familie auf dem Schloss ein.

 

Am 13. Juni 1573 schließlich wurde Erik von Gustav Wasas Sohn Karl, dem späteren König Karl IX., aus der Gefangenschaft geholt (offiziell wegen notwendiger Deckenreparaturen).

Karl war es auch, der hier den bekannten Reichssaal erbauen ließ, in dem man heute ein Ganzkörperporträt von Gustav Wasa bewundern kann.

 

So wurde das Schloss im Laufe der Zeit immer wieder verändert und an den herrschenden Zeitgeist angepasst, etwa als Gustav III. auf die Idee verfiel, hier ein privates Theater zu errichten.

Im späten 19. Jahrhundert fanden dann die letzten großen Restaurierungen und Umbauten statt. Als man aber im Zuge dieser Arbeiten versuchte, alle Veränderungen ab etwa dem Jahr 1600 rückgängig zu machen, gab es heftigen Protest und das Vorhaben wurde fallengelassen.

 

Aus diesem Grund konnte das Schloss als baumeisterliches Juwel erhalten werden, in dessen Antlitz sich mehrere Jahrhunderte schwedischer Kulturgeschichte spiegeln und das heute für Besucher offen steht.