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Simons Papa

Simons Papa

Wir sind der Höhepunkt einer jahrtausendelangen Entwicklung. Wir sind die geistig freiesten und empathisch mitfühlendsten Menschen die je auf dieser Welt gelebt haben.

Früher, vor langer Zeit, gab es seltsame Vorurteile und verschrobene Weltbilder. Wir aber sind frei davon, denn wir sind die Krone der Schöpfung und leben in einem goldenen Zeitalter.

 

So oder so ähnlich tönt es uns täglich aus tausenden Quellen entgegen. Schaut man aber genauer hin, dann zeigt unsere Gesellschaft ein sehr durchwachsenes Bild.

Wir finden Werte aus dem Mittelalter neben Anklängen der Aufklärung und existentielle Bedürfnisse aus der Urzeit stehen unreflektiert neben Wünschen aus der letzten Werbung.

Ohne Zweifel sind wir auf technischem Gebiet sehr weit fortgeschritten. Auf anderen Ebenen jedoch geschieht die Entwicklung furchtbar langsam und auf seltsam verschlungenen Wegen.

 

Vielleicht ist es auch nur eine Einbildung, dass wir uns menschlich weiterentwickeln. Vielleicht ist es einfach so, dass einzelne Individuen eine höhere Stufe der Menschlichkeit erlangen, durch Zufall die Gedanken und Moden ihrer Zeit bestimmen und der Rest von uns sich einfach anpasst.

 

Ausgelöst wurden diese Gedanken durch eine Erzählung Maupassants. Die Geschichte des kleinen Simon der ohne Vater aufwächst und deshalb unter dem Spott seiner Kameraden leiden muss.

Für uns heute sind uneheliche Kinder etwas Normales und deshalb empfinden wir das Verhalten seiner Schulkameraden vielleicht als unmenschlich.

Aber wenn wir ehrlich sind, dann hat unsere Zeit genügend eigene Vorurteile. Denn wir leben in einer Welt in der Kinder ausgegrenzt werden weil sie zu dick sind, keine Markenklamotten tragen oder nicht das neueste Smartphone besitzen.

 

Versuchen wir deshalb diese Erzählung als das zu sehen was sie ist: eine Geschichte über das Leiden eines kleinen Jungen dem bewusst wird, dass es als Einziger keinen Vater hat.

 

Maupassant ist ein wunderbarer Schriftsteller. Ich weiß leider sehr wenig aus seiner Biographie, aber in seinen Geschichten sieht man welch differenziertes Verständnis für die Menschen und welch klaren Blick für ihre innersten Beweggründe er hatte.

Ansonsten würden wir nicht, allein durch seine Worte, die Trauer eines kleinen Jungen spüren.

Und als wäre das noch nicht genug ist Maupassant in dieser Geschichte noch etwas anderes gelungen. Etwas, das in unserer Literatur so selten vorkommt, dass ich mir jedesmal eine Sonne in den Kalender male wenn ich es entdecke.

 

Denn es gibt viele Bücher die unseren Geist erweitern. Es gibt viele die uns berühren und zum Nachdenken bringen. Und manche rühren uns sogar zu Tränen.

Aber nur ganz wenige Bücher greifen uns ans Herz obwohl die Geschichte gut ausgeht. Nur die wenigsten kommen ohne Tod und Verzweiflung aus und berühren uns trotzdem so sehr, dass wir nicht wissen ob wir lachen oder weinen sollen.

 

„Simons Papa“ ist ein solches.

 

Ich habe die Erzählung sicher ein dutzend Mal gelesen, und jedes Mal, wirklich jedes einzelne Mal, treibt es mir Tränen in die Augen.

Mein Herz verkrampft sich, als der kleine Junge in die Schmiede seines Freundes tritt. Voller Verzweiflung, und voller Hoffnung.

Und ich spüre den Stolz seines neuen Vaters, seine Freude und sein Lachen, weil er endlich da ist, wo er hingehört. An der Seite des kleinen Simon, der nun endlich, endlich einen Papa hat.

 

Aber die vielen Worte sind müßig. Ihr werdet das erst verstehen, wenn ihr die Geschichte selbst gelesen habt.

Es ist wie mit gefrorenem Eis. Ich könnte euch stundenlang davon erzählen, aber ihr werdet erst wissen wovon ich rede wenn ihr es selbst gegessen habt.

 

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