Mein Name ist Thomas Stiegler. Ich habe in meinem Leben schon vieles gemacht, ich bin klassischer Konzertgitarrist, ich bin Bautechniker, ich habe eine Zeitlang Germanistik studiert, Geschichte, Musikwissenschaft und einiges andere mehr. Aber nie, um etwas zu werden, sondern immer nur um zu wissen. Denn mein Leben war ein fortwährendes Staunen an der Welt und an allem was es in ihr gibt.

Deshalb lese ich auch seit fast vierzig Jahren jede Seite die mir in die Finger kommt.

Und mache seit einem Vierteljahrhundert Musik. Studiere sie, führe sie auf und teile Tag für Tag mein Leben mit ihr.

Und seit etwa zehn Jahren versuche ich die Welt zu verstehen, lese Bücher zur Geschichte, zur Psychologie, Kultur und Soziologie.

 

Denn irgendwann begann ich mir Sorgen zu machen. Sorgen um unsere Musik, um unsere Dichter und all das was wir in Jahrhunderten aufgebaut haben. Denn ich bemerkte wie es in immer schnellerem Tempo verschwand.

 

Und ich bekam Sorgen um unsere Kinder. Die in eine Welt hineingeworfen werden, die von ihren Wurzeln abgeschnitten ist. Eine Welt, die im Tempo ihrer Veränderung und des Wegwerfens des Alten ein Ausmaß angenommen hat, das mich jeden Tag aufs Neue erschreckt.

 

Ich muß gestehen, dass ich selbst jahrelang vor diesem Thema davongelaufen bin, es verleugnet habe und die Augen davor verschloss. Stattdessen saß ich im Elfenbeinturm meiner Kunst, und wann immer mir etwas auffiel habe ich den Blick abgewendet und mir gesagt, dass sich schon jemand darum kümmern wird.

 

Aber irgendwann konnte ich das nicht mehr. Denn ich entdeckte, dass derjenige der ein Unrecht sieht und nichts dagegen tut genauso Schuld hat wie derjenige, der das Unrecht anrichtet.

 

Und deshalb diese Blätter.

 

 

Falls irgend jemand noch etwas mehr über mich wissen will, was ich denke, wovon ich träume, Erinnerungen und Gedankensplitter, dann könnt ihr hier noch ein wenig mehr von mir lesen:

https://thomasstieglerblog.wordpress.com/