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Vorwort

Vorwort

Herzlich Willkommen auf meinem Blog.

Für diesen Blog gibt es zwei Gründe. Einen persönlichen der mit mir und meiner Entwicklung zu tun hat. Und einen gesellschaftlichen oder, besser gesagt, einen zeitgeschichtlichen, der mir im Laufe meines Lebens bewusst geworden ist.

 

Zuerst zu mir.

Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass so vieles von dem, das früher für mich selbstverständlich war, einfach verschwunden ist. Dinge wie sich in ein Buch zu vertiefen, zentriert darüber nachzudenken und daran zu wachsen. Und mir ist aufgefallen, dass sich mein Buchgeschmack verändert hat, dass ich fast nur noch Unterhaltungsliteratur lese, oder theoretische Werke zur Geschichte und Soziologie. Aber dem weiten Feld der Literatur, das ich früher so geliebt habe, wich ich aus. Und das nicht einmal bewusst, sie war mir einfach zu langweilig und ich hatte das Gefühl, dass sie mir nichts mehr zu sagen hat.

Aber die Literatur war nicht das einzige das ich vermied. Genauso erging es mir mit der Musik. Plötzlich ertappte ich mich immer öfter dabei wie ich im Radio ein kleines Liedchen mitträllerte. Oder vergessen hatte, wie ein bestimmtes Thema von Mozart oder Schubert weiterging. Und es mir im Lauf der Zeit auch nicht mehr wichtig erschien das zu wissen.

Als ich mich dann zwang einmal wirklich hinzusehen erschrak ich. Was war mit meinem Geist passiert? Warum war meine Seele so dumpf? Wohin waren meine Bildung und meine Freude an ihr verschwunden?

 

Um eine lange Geschichte kurz zu machen, ich wurde älter und fauler. Aber nicht nur das, ich bin auch auf den Zug der Zeit aufgesprungen. Ich verbrachte viel zu viel Zeit im Internet oder hinter einer seichten Zeitschrift. Sah mir Filmchen an oder langweilige Bilder. Und dadurch wurde mein Gehirn schwächer und mein Geist und meine Seele verarmten.

Aber seitdem mir das bewusst ist suche ich einen Weg zurück. Denn ich will nicht den Rest meines Lebens auf diese Art und Weise verbringen.

Ich will versuchen wieder zurück zu gehen, zurück zur Literatur, zurück zur klassischen Musik und unserer Geschichte.

Und ich möchte auf diesem Blog meinen Weg beschreiben. Um mir selbst Rechenschaft zu geben und es nicht zu vergessen.

 

Und das bringt mich zum zweiten Grund, wieso ich hier schreibe. Denn nur für mich hätte ich meine Gedanken auch in einem Notizbuch aufbewahren können.

Doch mir ist aufgefallen, dass ich nicht der Einzige bin, dem es so geht. Sondern dass es im Internet, in den Bibliotheken und überall sonst auf den Straßen Menschen gibt, die wie ich den Zugang zu unserer Kunst und Kultur verloren haben.

Dass ich kein Einzelfall bin, sondern dass das Ganze ein gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit ist.

Und beim Stöbern in Büchern, in Gesprächen mit anderen und im Nachdenken darüber bin ich vielleicht auf ein paar Gründe gestoßen, wieso das gerade heute geschieht.

Und auch darüber möchte ich schreiben. Wieso die Welt so geworden ist, warum jeder Einzelne von uns die Mitschuld trägt, aber auch wie jeder von uns dazu beitragen kann es wieder zu ändern.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen wenn wir unsere Gedanken teilen. Wenn ich ein paar Hinweise gebe die euch helfen und wir im Gespräch dann auf andere Dinge kommen, die mir auf meinem Weg helfen.

 

Und ich habe diesen Blog auch begonnen, weil ich glaube, dass ich noch weiß wie es geht. Ich habe noch die Erinnerung daran, wie man sein Leben durch Literatur und Musik verändert und, vielleicht, veredelt. Ich weiß noch wovon unsere Geschichte im Kern handelt. Ich weiß noch was gute Literatur ist. Und ich weiß welche Musik man hören muß, kennen muß und wie man lernt sie zu verstehen und in sein Leben zu integrieren.

Und deshalb die Beschreibung meines Weges. Aber nicht nur die Beschreibung  des Weges, sondern auch ein darüber Schreiben mit welchen Büchern man wieder wirklich lesen lernt. Wie man lernt Musik zu hören und zu verstehen. Und was uns unsere Geschichte zu sagen hat.

 

Denn ich glaube, dass die Welt ein kälterer und ärmerer Ort wird, wenn wir unsere gesamte Kultur verlieren. Und ich fürchte wir befinden uns gerade im Laufschritt auf dem Weg dorthin.

Aber ich glaube auch, dass wir noch die Chance haben etwas zu verändern. Uns zu verändern, und dadurch auch die Gesellschaft und Kultur in der wir leben. Um die Welt wieder zu einem besseren und lebenswerteren Ort zu machen. Für uns. Und für die Menschen die nach uns kommen.

 

In der Rubrik Allgemein werde ich all die Texte über Themen stecken die mir am Herzen liegen. Über das Lesen, über Kultur, warum sie verschwindet und vieles mehr.

 

Unter Literatur werde ich jede Woche über ein Buch schreiben. Ich versuche dabei von den leichten zu den schwereren überzugehen. Denn erstens habe ich nicht mehr die intellektuelle Kraft mich Dostojewski oder Proust zu stellen, und zweitens wird das dann auch für alle leichter denen es gleich geht.

 

Und unter der Rubrik Musik möchte ich nicht nur jede Woche über ein Werk der klassischen Musik sprechen, sondern auch versuchen eine Einleitung in ihre Welt zu geben. Anhand von Musikbeispielen erklären wie sie funktioniert und wie man sie, abseits von einer gefühlsmäßigen Ebene, noch verstehen kann.

 

Ich hoffe, dass ihr ein paar Beiträge findet die euch interessieren und wünsche euch viel Freude damit.

Thomas.

9 Comments

  1. Ein guter Blog, ich habe ihn gehooked. Gerne mehr. Grüße von @author_maren

    Antworten
    • Hallo Maren und danke für Deine Antwort. Schön daß Dir mein Blog gefällt.

      Was bedeutet „gehooked“?

      Liebe Grüße,
      Thomas.

      Antworten
  2. Das halte ich für eine sehr gute Idee und hoffe, viel von Dir zu hören. In der Literatur geht es bei mir ganz gut, auch nicht mehr gerade Dostojewski, aber ich versuche,mich über Neuerscheinungen zu informieren und die Literatur meiner Enkelkinder kennenzulernen. Über Harry Potter sind sie schon hinaus und durch sie habe ich.B. Wolfgang Herrndorf kennengelernt. „Tschik“ ist im Obergymnasium Pflichtlektüre und auch dramatisiert worden. Warum, weiß ich nicht, es gibt Besseres. Aber vielleicht liegt es auch an meinem Alter.

    Mit der Musik steht es schlechter, ich höre zwar sehr viel außer Operetten, aber das nur phasenweise. Ob ich die Fertigkeit größerer Konzentration noch einmal erwerben kann, ist fraglich. Injedem Fall ist klassisch Musik etwas, in dem ich mich total verlieren kann.

    Antworten
    • Hallo Frau Schima und herzlich Willkommen.

      Schön, dass Sie sich noch mit Literatur befassen. W. Herrndorf kenne ich nicht. Aber ich befasse mich auch lieber mit den Klassikern als mit moderner Literatur.

      Und ich liebe Operetten, jedenfalls manche. Leider sind die Texte manchmal sehr schwer zu verkraften. Aber man gewöhnt sich daran, vor allem wenn die Musik von J. Strauss stammt.

      Und ich glaube, dass man die Fähigkeit auf jeden Fall wieder erlangen kann. Wenn man sich anstrengt und sich auf die Reise macht. Natürlich wird es anders sein als damals. Aber das sehe ich vor allem positiv. Denn wir sind keine Jugendlichen mehr, mit allen Vorteilen des Erwachsenenlebens.

      Ich freue mich sehr, wenn Sie mich noch ein Stück begleiten und vielleicht hören wir uns ja ab und zu.

      Liebe Grüße,
      Thomas Stiegler.

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  3. Hallo Thomas, ich bin begeistert von Deinem Blog. So viele Gedanken, die ich auch habe, so vieles an Wesentlichem, von dem ich auch feststelle, dass es uns entgleitet. Ich werde Dich gerne bei diesen Gedanken begleiten. Allerdings frage ich mich, woher ich die Zeit dazu nehmen soll, ich fürchte, ich habe zu wenig davon. Noch viel mehr frage ich mich aber, wie Du das zeitlich überhaupt schaffst, uns „User“ mit solch großartigem Wissen und so vielen guten Anregungen zu bereichern.
    Schon jetzt meinen herzlichen Dank dafür!

    Antworten
    • Hallo Armin. Danke für Deine Worte, das freut mich sehr und es ehrt mich, dass Du hier mitliest und wir uns gegenseitig ein wenig begleiten dürfen.

      Ich habe gemerkt, dass viel Zeit da ist wenn man sich sie nimmt. Wenn man den Fernseher verschenkt, oder das Radiogerät, sich einige Internetseiten verbietet und falsche Freunde nicht mehr trifft. Oder viele andere Kleinigkeiten, die sich dann sumieren.

      Aber ich merke es auch, in der Jugend hatte ich auch mehr Zeit, oder habe sie mir genommen. Vielleicht ist es einfach nur ein wenig Übung die uns fehlt wieder ein wenig egozentrischer zu werden und das zu machen, von dem wir glauben, dass wir es brauchen.

      Und wie ich es schaffe? Ich mach es einfach gerne. Mit jeden von uns der ein Buch liest oder eine gute Musik hört wird die Welt für unsere Kinder und Nachkommen zu einem schöneren Ort. Weil wir dann wieder Raum schaffen für Stille und Schönheit. Und das motiviert mich und da verzichte ich eben ab und an auf ein paar Stunden Schlaf … 🙂

      Liebe Grüße,
      Thomas.

      Antworten
  4. Hallo Thomas
    genauso denke ich auch – oder so ähnlich – und hoffe auf eine Art Renaissance. Habe dich auf twitter gefunden.

    viele Grüße
    Anna

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  5. Hallo, mir gefällt dein Block und die Gestaltung.

    Ich würde mich über mehr Auswahl an Themen freuen.

    Alles Liebe
    Roggenfänger

    Antworten
    • Hallo Margarita und tut mir leid, irgendetwas passt mit meinen Kommentaren nicht, ich sehe oft nicht wenn mir jemand schreibt!

      Und danke für das Kompliment. Was würdest Du Dir denn wünschen? Ich würde mich sehr über Vorschläge freuen!

      THomas.

      Antworten

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